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Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen auf ihren elektrischen Zustand und ihre Sicherheit überprüft werden, zum Schutz der Menschen und Vermeidung tödlicher Unfälle. Viele Stromunfälle können durch vorbeugende Wartung und Instandhaltung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel verhindert werden.

Wiederholungsprüfung von Schutzmaßnahmen ortsfester elektrischer Betriebsmittel
Prüfristen:

Nach BGV A3 §5 Absatz 1 sind Prüffristen so zu bemessen, dass Mängel mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig erkannt werden.
Richtwerte können aus der BGV A3 und der Betriebssicherheitsverordnung, §3 Gefährdungs­beurteilung entnommen werden.

BGV A3, Anhang 1, Tabelle 1A: Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Anlage/Betriebsmittel Prüffrist Art der Prüfung Prüfer
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel 4 Jahre auf
ordnungsgemäßen Zustand
Elektrofachkraft
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel in "Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art
(DIN VDE 0100 Gruppe 700)
1 Jahr
Schutzmaßnahmen mit Fehler-Stromschutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen 1 Monat auf Wirksamkeit Elektrofachkraft oder auch elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte
Fehlerstrom-, Differenzstrom
und Fehlerspannungs-
Schutzschalter
- in stationären Anlagen

- in nichtstationären Anlagen



6 Monate

arbeitstäglich
auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung Benutzer
Allgemeine Anmerkungen:
  • Die Prüfungen müssen durch Elektrofachkräfte durchgeführt werden, die über Erfahrungen beim Prüfen elektrischer Anlagen verfügen.
  • Mess- und Überwachungsgeräte müssen der Norm VDE 0413 entsprechen.
  • Jede Anlage muss geprüft werden, bevor sie vom Benutzer in Betrieb genommen wird.
  • Über die Prüfung muss ein Prüfprotokoll erstellt werden.
  • Nach jeder wiederkehrenden Prüfung ist ein Prüfprotokoll zu erstellen, dass die Ergebnisse des Besichtigens und der durchgeführten Messungen sowie Informationen über alle Änderungen und Erweiterungen und alle Abweichungen von den Bestimmungen unter Angabe der entsprechenden Teile der Anlage enthalten soll.
  • Nach der Erstprüfung sind elektrische Anlagen wiederkehrend zu prüfen.
Die Messung umfasst:
  • die Durchgängigkeit der Schutzleiter, der Verbindungen des Hauptpotential­ausgleiches / zus. Potentialausgleiches
  • den Nachweis des Isolationswiderstandes der elektrischen Anlage incl. des Schutzes durch sichere Trennung bei SELV, PELV und Schutztrennung
  • die Messung der Widerstände von isolierenden Fußböden und isolierenden Wänden
  • die Prüfung von Fehlerstromschutzeinrichtungen
  • die Ermittlung der Schleifenimpedanz
  • die Ermittlung der Netzimpedanz
  • die Spannungsmessung
  • die Bestimmung der Drehfeldrichtung
  • die Messung des Erdungswiderstandes/Erdübergangswiderstandes
Prüfung von Schutzmaßnahmen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
Prüffristen:

Nach BGV A3 §5 Absatz 1 sind Prüffristen so zu bemessen, dass Mängel mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig erkannt werden.
Richtwerte können aus der BGV A3 und der Betriebssicherheitsverordnung, §3 Gefährdungs­beurteilung entnommen werden.

BGV A3 Anhang1 Tabelle 1B: Wiederholungsprüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

Anlage/
Betriebsmittel
Prüffrist
Richt- und
Maximal-Werte
Art der Prüfung Prüfer
- Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel (soweit benutzt)

- Verlängerungs- und Geräteanschlussleitungen mit Steckvorrichtungen

- Anschlussleitungen mit Stecker

- bewegliche Leitungen mit Stecker und Festanschluss
Richtwert 6 Monate
auf Baustellen 3 Monate.
Wird bei der Prüfung eine Fehlerquote <2% erreicht, kann die Prüffrist verlängert werden.

Maximalwerte:
Auf Baustellen, Fertigungsstätten und Werkstätten ein Jahr

in Büros oder unter ähnlichen Bedingungen zwei Jahre.
auf ordnungs-
gemäßen Zustand
Elektrofachkraft, 
 
bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte auch elektrotechnisch unterwiesene Person
Allgemeine Anmerkungen:
  • Die Prüfungen müssen durch befähigte Personen durchgeführt werden.
    Nach Betriebssicherheitsverordnung §2 Absatz 7:

    Befähigte Personen im Sinne dieser Verordnung ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel verfügt.

  • Nach der Erstprüfung sind elektrische Betriebsmittel wiederkehrend zu prüfen.

Was gehört zur Prüfung?

Prüfen umfasst alle Maßnahmen, mit denen festgestellt wird, ob sich das gesamte elektrische Betriebsmittel in einem normgerechten Zustand befindet.

  • Besichtigen
  • Erproben
  • Messen
  • Funktionsprüfung
Die Besichtigung umfasst:
  • Schäden am Gehäuse,
  • äußere Mängel der Anschlussleitungen,
  • Mängel an Biegeschutz und Zugentlastung der Anschlussleitungen,
  • Anzeichen von Überlastung und unsachgemäßen Gebrauch,
  • unzulässige Eingriffe und Änderungen,
  • ordnungsgemäßer Zustand der Abdeckungen,
  • sicherheitsbeeinträchtigende Verschmutzung und Korrosion,
  • Vorhandensein erforderlicher Luftfilter,
  • freie Kühlöffnungen,
  • einwandfrei Lesbarkeit von Aufschriften, die der Sicherheit dienen.
Die Messung umfasst:
  • die Durchgängigkeit bzw. der Widerstand der Schutzleiter
  • den Nachweis des Isolationswiderstandes, bei geschlossenen Schaltern und der Schutzklasse entsprechend
  • die Messung des Ersatzableitstroms auch bei guten Isolationswiderstandswerten
  • wenn Isolationswiderstand nicht bzw. nicht sicher gemessen werden kann, dann
    - Messung des Schutzleiter- oder Differenzstroms
    - Messung des Berührungsstroms
  • die Überprüfung der Grenzwerte bei Schutzkleinspannung
Die Funktionsprüfung umfasst:

Bestimmungsgemäße Gebrauchsmöglichkeit feststellen.

Thermografie

Elektro-Thermografie ist ein Messverfahren der zustandsabhängigen Instandhaltung und des vorbeugenden Brandschutzes. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera wird dabei durch einen Spezialisten (Thermografen) berührungslos und unter Last der thermische Zustand von Elektro-Schaltanlagen aller Spannungsstufen begutachtet, woraus er auf fehlerhafte elektrische Verbindungen und Betriebsmittel sowie kritische thermische Zustände schlussfolgern kann.

Ganzheitlich ... wird Elektro-Thermografie betrieben, wenn neben der reinen Fehlersuche anhand der Wärmebilder und der optischen Sichtprüfung auch Wechselwirkungen zwischen Last, Erwärmung, der Anordnung von Bauteilen und Berührungsschutz und der Schaltschranklüftung und -klimatisierung sowie die Oberwellenproblematik in die Messung einbezogen wird.

 

 

Beispiel


 Was sollte thermografiert werden?

Grundsätzlich ist die Thermografie der gesamten elektrischen Anlagen eines Unternehmens anzuraten, da Fehler in allen Anlagen vorkommen.

Das beginnt bei Trafos, Hoch- und Mittelspannungsanlagen, Niederspannungshauptverteilungen incl. Kompensationsanlagen und Unterverteilungen.

Die größte Fehlerhäufigkeit ist in Maschinenschaltschränken anzutreffen. Die am wenigsten erwarteten, aber oft schwerwiegendsten Fehler finden sich in Steuerschränken.

Nicht zu unterschätzen sind USV-Anlagen, Batterieladestationen, Kranbahnen, die Druckluftversorgung und Wasseraufbereitung sowie BD-Schienensysteme.

Man entdeckt auch Wärmenester z. B. auf Kabelbahnen (Eigenerwärmung) und Probleme durch Fremd- bzw. induktive Erwärmungen von Kabeln und Leitungen.


 Wie läuft eine thermografische Messung ab?

Zu Beginn legt der Thermograf mit dem verantwortlichen Mitarbeiter des Unternehmens (in der Regel der Leiter der Instandhaltung oder der Elektromeister) die zu untersuchenden Anlagen und den organisatorischen Ablauf fest.

Ein Mitarbeiter der Firma (Elektrofachkraft) begleitet die Messung zwecks Festlegung der Route, Schlüsselgewalt und Öffnen und Schließen der Schaltschränke.

Bei Bedarf müssen Abdeckungen bzw. Berührungsschutz entfernt werden, durch welche nicht hindurchgemessen werden kann. Eventuell können Anlagen zugeschaltet werden.

Der Thermograf protokolliert sowohl die untersuchten als auch die zur Untersuchung anstehenden, aber nicht messbaren Objekte unter Angabe des Grundes (weil sie z. B. abgeschaltet sind).

Er sucht mit der Infrarotkamera die Schaltschränke nach Fehlern und Auffälligkeiten ab und dokumentiert solche mittels Wärmebild und Foto. Gefährliche Auffälligkeiten werden dem Personal sofort mitgeteilt.

Die Dokumentation wird danach im Büro erstellt und zeitnah an den Endkunden in gedruckter und digitaler Form als pdf-files ausgeliefert (innerhalb von 1-2 Wochen).

Wir legen Wert auf eine sehr praxisnahe Ausfertigung des gedruckten Messberichtes, welcher ein sofortiges Auffinden des fehlerhaften Bauteils in der elektrischen Anlage ermöglicht und detaillierte Hinweise zur notwendigen Aktion gibt (Musterdokumentation siehe Beispiel).